Chronik

Angefangen hat alles mit einer Facebook-Gruppe im September 2014.  Als bekannt wird, dass in einer leerstehenden Schule in Wilhelmsburg geflüchtete Menschen unterkommen sollen, gründen engagierte Nachbar*innen spontan »Die Insel spendet«. Den ankommenden Familien fehlt es am Nötigsten: Warme Kleidung, Schuhe, Bettzeug und Spielsachen werden dringend gebraucht – und gegeben. Unzählige Wilhelmsburger*innen spenden ihre Sachen, Helfer*innen holen lastwagenweise Kleidung ab, eine stillgelegte Sauna nahe der Unterkunft wird zur notdürftigen Kleiderkammer. Und die Freiwilligen stoßen an ihre Grenzen. Ein Schichtplan muss her, erste Gruppen werden gegründet. Die Organisation des ehrenamtlichen Netzwerks hat begonnen.

Heute geht es um viel mehr als akute Nothilfe. Unsere neuen Nachbar*innen wollen auch Deutsch lernen, ihre Umgebung kennenlernen, gemeinsam Freizeit verbringen. Die Kinder gehen hier in die Schule, die Erwachsenen müssen Geld verdienen, alle brauchen ein eigenes Zuhause. Das ist ohne Hilfe kaum zu schaffen.

Viele Menschen in Wilhelmsburg wissen das, weil sie hier selbst erst heimisch werden mussten. Andere haben in ihrem Leben ähnliche Hürden gemeistert und erfahren, was Solidarität bewirken kann. So war es für viele naheliegend, ihre neuen Nachbar*innen auch bei den nächsten Schritten des Ankommens zu begleiten. Aus »Die Insel spendet« wurde »Die Insel hilft«.

Ein neuer Name, ein neues Konzept. Um effektiv weitermachen zu können – und dabei die Freude am Engagement zu erhalten – musste eine Struktur her. So entstand nach langem Grübeln über Paragraphen und Behördenbriefen unser gemeinnütziger Verein mit eigenem Büro, Vereinshaus und einem neuen, tatkräftigen Vorstandsteam. Jetzt kann »Die Insel hilft« noch mehr erreichen: Von dem Hilfsangebot profitieren nicht nur Migrant*innen mit Fluchtgeschichte, sondern auch Menschen, die schon länger hier sind und sich Unterstützung wünschen. Zudem hilft der Verein auch den Helfer*innen selbst, vernetzt sich mit anderen Aktiven in Hamburg, lernt von ihnen und gibt wichtiges Wissen weiter.

Dabei bauen wir auf die Stadt Hamburg, die uns fördert, und auf praktische Zusammenarbeit mit professionellen Hilfseinrichtungen. Vor allem aber setzen wir auf das freiwillige Engagement von Menschen, die erkennen, wo ihre Hilfe gebraucht wird und die mit anpacken. Nach wie vor hängt alles, was »Die Insel hilft« leistet, von Ehrenamtlichen ab. Einige sind seit Jahren dabei, einige probieren erst aus, wie Ehrenamt in ihren Alltag passt. Wie können wir helfen? Diese Frage stellen wir uns auch selbst. Und wir finden immer wieder neue Antworten.

 Weitermachen! Von akuter Hilfe für Geflüchtete hat sich der Verein zur stabilen Plattform entwickelt, bei der sich neue und alte Nachbar*innen gegenseitig unterstützen.

Denn auch das Leben der Menschen, die Hilfe suchen, hat sich verändert: Im Herbst 2014 brauchten sie warme Kleider. Heute suchen sie eine Ausbildungsstelle, einen Studienplatz, eine Wohnung. Daran hängen viele komplizierte Fragen, die auch lang ansässige Hamburger*innen nicht immer beantworten können.

Doch solange es Menschen gibt, die sich für ihre Nachbar*innen einsetzen, wird es Antworten und Lösungen geben. »Die Insel hilft« wächst an ihren Aufgaben und vernetzt sich weiter. Gemeinsam gehen wir auch die großen Herausforderungen an, die in einer Stadt wie Hamburg auf neue Bürger*innen zukommen. Wir wachsen zusammen.

Das können wir, weil auch wir Hilfe bekommen – von Behörden und Institutionen, die unsere Arbeit fördern und unterstützen. Von Hamburger Stiftungen und solchen im Stadtteil. Von Vereinen, Initiativen und Firmen in der Nachbarschaft. Von Leuten mit guten Ideen und Erfahrungen aus Wilhelmsburg und aus anderen Stadtteilen, die mit uns an einem Strang ziehen. Und von etlichen Nachbar*innen, die immer wieder Zeit, Kraft und Geld aufbringen, um ihre Mitmenschen zu unterstützen und ihnen das Einleben in unserer Gesellschaft zu erleichtern. Ohne ihren Einsatz wären wir nie so weit gekommen.

»Die Insel hilft« wird auch in Zukunft alle helfenden Hände brauchen. Eine der größten Aufgaben wird sein, zu erhalten, was wir erreicht haben – und dabei weiterhin flexibel auf die Wünsche und Bedürfnisse im Stadtteil zu reagieren. Das wird nicht einfach, aber mit vereinten Kräften schaffen wir es. Wir bleiben dran.

Kontakt

Die Insel Hilft e.V.
Erlerring 1
21109 Hamburg

Telefon: 040 – 35 62 86 67
E-Mail: buero@inselhilfe.org

Öffnungszeiten

Montag: 10.00 – 18.00 Uhr
Dienstag: 12.30 – 15.30 Uhr
Mittwoch: 12.00 – 15.30 Uhr
Donnerstag: 10.00 – 15.00 Uhr 

Spendenkonto

Die Insel hilft e.V.
IBAN: DE92 200 505 50 139 61 33 538
BIC: HASPADEHHXXX

Verwendungszweck:
Spende, AZ 217/412/03029

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